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Gleitschirmflieger

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Donnerstag 9 Januar 2003

Aus dem GLEITSCHIRM-Archiv
Böen : behilflich bis bösartig
Aerodynamische und flugtechnische Aspekte

   

Windböen treten überall auf, auch weit entfernt von Start- und Landeplatz in der "offenen Luft". Gerade beim Langsamflieger Gleitschirm können kleine Böen große Wirkung zeigen.

Nehmen wir als Beispiel eine Böe von vorne, das heißt, die Windgeschwindigkeit „von vorne" nimmt schlagartig zu. Das Profil, das noch auf die vorherige Luftmasse „eingestellt" ist, wird kurzzeitig von einem „Gegenwindstoß" überrascht.
Was passiert ? Die horizontale Komponente der Fluggeschwindigkeit nimmt vorübergehend zu. Das Profil wird „von vorne" schneller angeströmt. Da die Sinkgeschwindigkeit zunächst aber gleich bleibt, verringert sich der Anstellwinkel. Schlimmstenfalls, im Falle einer starken Böe, kann der Schirm sogar einklappen.
In der Regel macht sich aber die Folgereaktion stärker bemerkbar : der Schirm stellt sich stärker an, um wieder „normal" angeströmt zu werden. Daraufhin nimmt die Sinkgeschwindigkeit kurzzeitig ab, und die überschüssige Energie wird in Höhengewinn umgewandelt. Ein ähnlicher Vorgang also wie das Ausflaren bei der Landung : für einen kleinen Moment macht der Schirm auch ohne jede Thermik Höhengewinn.
Der Pilot bekommt das auch ähnlich zu spüren : kurz nach dem Eintreffen der Böe stellt sich der Schirm auf, zieht den Piloten etwas nach hinten und nach oben. Daß der Schirm dabei soweit „hinten hängen" bleibt, liegt nicht nur an seiner „bewußten" Anstellwinkeländerung : ein weiterer Faktor ist die große Distanz zwischen Segeldruckpunkt und Gewichtsschwerpunkt. Der träge Pilot „pendelt" nach vorne, während der Schirm „von der Böe aufgehalten wird."
Theoretisch, im schlimmsten Fall, könnte der Schirm durch diese dynamische Pendelbewegung sogar stallen. Zum Glück kommt es bei den normalen Böen „fliegbarer" Verhältnisse und dem gesunden Verhalten moderner Schirme in der Regel nicht so weit.
Und ein aktiv fliegender Pilot, der spürt, wie die Kappe hinter ihm hängen bleibt, wird als Reaktion die Bremsen etwas freigeben, um weit weg vom dynamischen Stall im „grünen Bereich" zu bleiben.
Auf jeden Fall mag es erstaunlich erscheinen, daß der Schirm aufgrund ein- und derselben Böe von vorne wahlweise sofort zum Einklappen oder etwas später zum Stallen gebracht werden kann : zwei vollkommen gegensätzliche Reaktionen !

Nicht nur vorn vorne : auch von hinten, oben oder unten greifen die Böen an. Der komplette Beitrag von Sascha Burkhardt war in Heft 05/2002 zu lesen. Sie können ihn jetzt auch
im PDF-Format (ca. 512 KB, bitte etwas Geduld !) hier downloaden

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